Schmerz kennt jeder

Schmerz ist individuell. Schmerzart und Schmerzintensität sind von Mensch zu Mensch kaum vergleichbar. Schmerzen insgesamt sind jedoch eine ganz normale menschliche Empfindung. Akuten Schmerz kennt praktisch jeder. Dauerhaft mit Schmerzen leben zu müssen hingegen ist ein Ausnahmezustand.

Wissen über Schmerz kann lindern helfen

Der übliche Fokus bei Behandlung von akutem Schmerz liegt auf den Gewebe- und Körperstrukturen, wie Muskeln, Bänder und Gelenken. Aus aktuellen Erkenntnissen über Neurologie können wir lernen, dass dauerhafter Schmerz im Vergleich vor allem damit zu tun hat, wie unser Nervensystem und Gehirn Reize verarbeitet. So ist chronischer Schmerz viel weniger als bisher angenommen ein örtliches Geschehen und nicht immer Maßstab für örtliche Gewebeschäden. Das begründet einen Perspektivwechsel im Umgang mit chronischem Schmerz und bietet neue Anhaltspunkte für die Behandlung. Lernen wir also umdenken im Umgang mit Schmerz, es lohnt sich. Forschungsarbeiten zeigen, dass allein das Verstehen, der neuen Zusammenhänge, chronische Schmerzen messbar lindert und zu einem gesünderen Umgang mit dem eigenen Körper und seiner Beweglichkeit führt.

Unser Nervensystem ist ein Informationsnetzwerk

In unserem Körper haben wir so etwas wie ein riesiges Netzwerk aus hochgerechnet ca. 100 km Telefonleitung. Innerlich sind wir damit kreuz und quer vernetzt und verbunden. Alle Ecken und Winkel unseres Körpers sind in dieses Netzwerk eingebunden. Die Leitungen führen ausgehend vom Körpergewebe, den Muskeln, Knochen, Organen usw. hin zur Wirbelsäule. Die Wirbelsäule ist praktisch ein Kanal, der die Leitungen bündelt und zum Gehirn führt. Auf diese Weise erhält das Gehirn Information über das Geschehen in unserem Körper. Es funktioniert natürlich auch umgekehrt, das Gehirn kann über die Nerven-Leitungen in der Wirbelsäule Nachricht in den Körper senden. Das ist unser Nervensystem, bestehend aus über 400 einzelnen Nerven, die ganz ähnlich funktionieren wie herkömmliche Telefonleitungen.

 

Wenn wir nun z.B. auf unseren rechten Arm stürzen, wird über die Nerven ein Schmerz-Signal zum Gehirn geschickt, dass dort etwas geschehen ist, was für uns gefährlich sein könnte. Wir reagieren dann üblicherweise darauf und versuchen uns zu helfen, das Problem zu beheben und am Besten demnächst zu vermeiden. Wir gehen dann zum Arzt, lassen den Arm untersuchen, falls notwendig lassen wir den Arm operieren, eingipsen usw. und wir merken uns, dass wir ab sofort z.B. auf glattem Untergrund vorsichtiger laufen.

Schmerz, eine Art Alarmglocke in unserem Nervensystem

Das Schmerz-Signal wird in Form eines elektrischen Impulses vom Körper zum Gehirn gesandt. In unserem Nervensystem fließt also permanent ein minimaler Strom, dieser ist als Spannung auch physikalisch messbar.

Bei einem akuten Schmerz wird nun der Impuls zum Gehirn gesandt, die Spannung verstärkt sich und sinkt - bei Behebung der Ursache, z.B. Verletzung - nach kurzer Zeit wieder ab. Es ist so wie, wenn in einem Gebäude ein Feueralarm losgeht. Ist die Brandquelle beseitigt, wird der Alarm wieder abgestellt und alles kehrt zurück in den Normalbetrieb.

Bei chronischem Schmerz bleibt der Alarm in unserem Nervensystem an

Bei Schmerz passiert es manchmal, dass der Schmerz-Alarm gar nicht oder nur sehr langsam abgestellt wird, auch wenn das Gewebe, wie z.B. ein gebrochener Arm längst geheilt ist. Dann sprechen wir von chronischem Schmerz, der nicht mehr so sehr im Gewebe existiert aber weiterhin in unserem Nervensystem.

 

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass in mehr als 20% aller Fälle Schmerz leider nicht abklingt, wenn das Gewebe geheilt ist. Es verbleibt der Schmerz. Menschen mit chronischem Schmerz bleiben dann oft dauerhaft sehr stark schmerzempfindlich. Häufig vermeiden sie Bewegung und andere Schmerzauslöser und/oder nehmen langfristig starke Medikamente gegen den Schmerz.

Wenn der Schmerz-Alarm an bleibt

Wir sind gesundheitlich und durch unser Umfeld einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt, die dazu beitragen können, dass Schmerz chronisch wird. Dazu gehören innere Einflüsse, wie besondere Krankheiten, Blut- und Sauerstoffversorgung und äußere, wie Hitze, Kälte und nicht zuletzt auch seelische Einflüsse, wie Stress und Kummer.

 

Für die Behandlung chronischer Schmerzen empfiehlt es sich daher sehr individuell und an verschiedenen Faktoren anzusetzen. Zur Übersicht und Therapieplanung habe ich dafür den Schmerzkompass entwickelt.

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